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Pressebericht: Focus-Money, Nr.2 2005, Seite 53 - 55
Vor einem Jahr trat Frank Obermeier (Name geändert) seine Stelle als Abteilungsleiter bei einem Telekommunikationsunternehmen an. Da hatte sein Team noch Spaß an der Arbeit. Mittlerweile ist das anders: Einige wurden gegangen, andere haben gekündigt, dem Rest steht der Frust ins Gesicht geschrieben. Der 34-Jährige ist in seinem Fach zwar brillant, doch am Menschlichen hapert's. Seine Ansprüche sind fast nicht zu erfüllen, er hört nicht zu, ist ungeduldig, sein Umgangston wenig freundlich. Mittlerweile sieht auch die Geschäftsführung mit Befremden, dass in der Abteilung des Senkrechtstarters eine enorme Fluktuation herrscht. Nach zwölf Monaten ist Frank Obermeiers Image lädiert. "Dass Führungskräfte
scheitern, liegt zu 90 Prozent am Sozialverhalten, nicht an fachlichen
Defiziten", sagt Karl Bosshard, Partner bei der Managementberatung
Kienbaum in Gummersbach. Sein Kollege Daniel Zanetti von Neumann Zanetti
& Partner im schweizerischen Luzern, der in 14 Ländern Top-Manager
bis zum Vorstandsvorsitzenden schult, sieht die soziale Kompetenz geradezu
verkümmert. Wer seine Karriere nicht unnötig gefährden
will, sollte beizeiten seine so genannten Soft Skins kritisch überprüfen.
Falle Nummer 1:
Selbstüberschätzung.
Beispiel IT-Branche:
"Dort wird oft der beste Techniker nach oben befördert, ohne
dass er jemals Führungskompetenz entwickelt hat", erklärt
Lutz Rachner, Senior-Berater bei Kienbaum. Die Folge: restlose Überforderung,
da es mit Fachaufgaben nicht mehr getan ist. Der Experte rät deshalb,
ehrlich zu prüfen, ob man sich wirklich für eine Leitungsposition
eignet. |
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